Wichtiger Ort deutsch-polnischer Begegnung
Im zweiten Teil unseres Berichtes über das Oberschlesische Landesmuseum (OSLM) in Ratingen-Hösel widmen wir uns unter anderem dessen Bedeutung in den deutsch-polnischen Beziehungen sowie den Zukunftsplänen des Museums.
Das OSLM arbeitet seit Langem mit Partnerinstitutionen in Polen zusammen, wodurch unter anderem gemeinsame Sonderausstellungen entstehen. So konnten Besucher 2025 beispielsweise die Ausstellung „Schlesisches Theater. Geschichte und Gestalten“ besichtigen, die gemeinsam mit dem Schlesischen Wyspiański-Theater in Kattowitz konzipiert wurde. Sie erzählt die Geschichte des Kattowitzer Theaters seit dessen Gründung im Jahr 1907 und zeigt, wie dort heute oberschlesische Kultur in Theaterstücken reflektiert wird.
Von einer Gruppe von Museumshistorikern wird aktuelle eine neue, modernere Dauerausstellung vorbereitet, sie soll 2027 umgesetzt werden.Foto: SHOS-OSLM, Nonnenmacher/Oberschlesisches Landesmuseum
Für jüngere Museumsbesucher ist die Kinderausstellung „Jesderkusch! Oder die verzwickte Geschichte Oberschlesiens“ gedacht, die auf dem gleichnamigen Buch von Monika Rosenbaum basiert. Dank einer Kooperation mit dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit und dem deutschen Konsulat in Oppeln kann sie in Ratingen gezeigt werden.
Das größte interne Arbeitsfeld in Ratingen wird die Ausarbeitung einer neuen Dauerausstellung sein. Diese wird von einer Gruppe von Museumshistorikern vorbereitet und soll 2027 umgesetzt werden
Deutsche und Polen begegnen sich im Höseler Museum auch bei wissenschaftlichen Konferenzen oder bei Recherchen. Die Museumsbibliothek beherbergt eine bedeutende Sammlung zur oberschlesischen Geschichte und Kultur. Für Wissenschaftler ist sie eine wertvolle Quelle, und die Arbeit vor Ort mündete bereits in mehreren deutsch-polnischen Publikationen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind auch im Rahmen von Studienreisen oder bei der Vermittlung von Kontakten nach Oberschlesien Teil der Museumsarbeit.
Das Alter der Dauerausstellung ist einer der Gründe, warum im vergangenen Jahr eine Zusammenlegung des OSLM mit dem Ruhr Museum in Essen diskutiert wurde.Foto: Martin Wycisk
Frau Schieweck unterstreicht zudem, dass das Museum für viele Menschen auch ein Stück Heimat ist. Ein Grund dafür ist die Sammlung, aber auch die Mehrsprachigkeit: Besucher können sich in oberschlesischer Mundart, auf Deutsch, Polnisch oder Tschechisch mit den Museumsmitarbeitern unterhalten.
Diskussion um die Zukunft des Museums
Das Alter der Dauerausstellung ist einer der Gründe, warum im vergangenen Jahr eine Zusammenlegung des OSLM mit dem Ruhr Museum in Essen diskutiert wurde. Frau Schieweck weist auf die Nachteile einer Verlegung hin: „Das würde leider bedeuten, dass viele unserer 15.000 Objekte nicht mitgenommen werden dürften oder dauerhaft in einem Lager verbleiben müssten.“ Öffnungszeiten nur am Wochenende an einem Nebenstandort und der Verlust der organisatorischen Autonomie liefen auf eine deutliche Einschränkung der Vermittlungsarbeit hinaus.
Für den Moment ist ein Umzug jedoch vom Tisch. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages entschied am 13. November 2025, dass die Erneuerung der Dauerausstellung des OSLM in den kommenden zwei Jahren mit 870.000 Euro gefördert werden soll.
Pläne für das neue Jahr
Für 2026 hat das OSLM bereits ein Programm vorbereitet. „Im neuen Jahr wollen wir das Thema Film im Museum intensiver behandeln. Wir haben ein Programm erstellt, in dem wir einmal im Monat einen Film zeigen und anschließend darüber diskutieren“, so die Ideengeberin.
Zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2026 soll eine neue Sonderausstellung eröffnet werden, in der ein breiter Querschnitt der über 15.000 Exponate gezeigt wird, von denen viele sonst nur im Depot verborgen sind. Zu sehen sein werden Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Porzellan, Textilien, Trachten und persönliche Erinnerungsstücke.
Die aktuelle Dauerausstellung des Museums. Foto: Martin WyciskDas größte interne Arbeitsfeld in Ratingen wird die Ausarbeitung einer neuen Dauerausstellung sein. Diese wird von einer Gruppe von Museumshistorikern vorbereitet und soll 2027 umgesetzt werden. Die Dauerausstellung soll moderner werden. Statt chronologisch die Geschichte Oberschlesiens zu erzählen, sollen thematische Räume entstehen. Frau Schieweck erläutert: „Wir möchten ein bestimmtes Exponat auswählen und darum herum eine Geschichte erzählen. Dazu wollen wir viele digitale Materialien entwickeln. Besonders spannend wird es, wenn historische Karten eingebunden und interaktiv erlebbar gemacht werden. Es wird also anders, auf eine gute Art anders, und gleichzeitig so, wie Museumsvermittlung heute funktioniert.“
Die wissenschaftliche Mitarbeiterin verrät auch, was auf jeden Fall bleiben wird: „Schon jetzt versuchen wir, die Escape Rooms immer besser in unsere Arbeit zu integrieren, und ich kann Ihnen auch sagen, dass sie Teil der neuen Dauerausstellung sein werden.“
https://wochenblatt.pl/oberschlesien-im-bergischen-land-teil-1/










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